2014-08-31/09-03 | Rotwild .308 Win KJG-SR

Ein Däne im Glück…..


Dänemark wie vielen bekannt, ist für seinen sehr starken Rehwildbestand berühmt. Rotwild gibt es aber nur in einigen wenigen Gegenden und die Möglichkeiten dort zu waidwerken sind sehr gering.
Deshalb fragte mich mein Bekannter Hartmut vor einiger Zeit: „Sag mal Ken, ich habe da einen guten Bekannten in Dänemark, der hat noch nie ein Stück Rotwild gestreckt. Hättest Du eventuell die Möglichkeit da etwas zu machen? Er würde sich sehr über so einen kleinen Rothirsch freuen, so 6er oder 8er.“
Da war ich im ersten Moment erst mal platt. Da fragt jemand für einen Bekannten mal so ganz bescheiden nach einem Rothirsch.
Nun ist Hartmut ein feiner ruhiger und nie fordernder Kerl, der das Herz am richtigem Fleck hat. Die Problematik: wenn man Rotwild im Revier hat, ist das ja jedem bekannt. Man hat tausend verdeckte Anfragen, 2000 sich selbsteinladende Anfragen und 3000 direkte Anfragen: „Kann ich bei Dir Rotwild schießen, muss ja nichts großes sein... oder was kostet das?", usw. usw.

„Weißt Du Hartmut, Rotwild will jeder schießen und die Anfragen stapeln sich (Was ziemlich nervend mit der Zeit wird)“.“ Was ist das für ein Typ? Und sowieso will ich den vorher sehen und wenn er passt, dann überleg ich es mir.“
„Das ist ein ganz netter Kerl, der sich riesig über jeden Anblick freuen kann und auch sonst ist das ein ganz netter.“ (Das hört man auch immer wieder, von allen Leuten…)

„Bring Ihn her, ich schau ihn mir mal an.“

Ein paar Monate später brachte Hartmut dann besagten netten Dänen an. Und wirklich im lockeren Gespräch überzeugte er durch eine natürliche freundliche Art. Hartmut hatte ihm gar nicht erzählt worum es ging, weil er ja nicht sicher gehen konnte, wie ich mich entscheide, deshalb war Lars (so heißt unser Däne) auch überrascht, als ich ihm nun eröffnete worum es ging.

Nach ein paar Zigaretten und einem Tee hatte ich das Gefühl “Der würde sich wirklich richtig freuen“. Irgendetwas in mir sagte, “Der passt ins Leben.“
Nach 4 Wochen rief ich dann an und gab grünes Licht und wir vereinbarten 3 Tage Jagd, vom 31.08 bis zum 03.09.2014.

Am Sonntag Abend kam Lars an und bevor er mich mit kleinen Gastlichkeiten erfreuen konnte, fragte ich ihn: "Heute Abend schon auf Jagd?" - „Ja , gerne.“ Na dann gib Dein Gewehr her, ich schieß das noch auf bleifrei um (das ist bei uns Pflicht) und Du checkst im Hotel ein und ziehst Dich um.“
Eine ¾ Stunde später im Revier erlebten wir den ersten Abend mit einem tollen Anblick. 30 Stück Rotwild, ein Fuchs, ein paar Sauen und ein paar Stücken Rehwild. Lars war total begeistert, ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der sich so ehrlich und riesig über den Anblick von Wild erfreuen kann. Der passende 6er oder 8er war nicht zu erlegen gewesen, aber es war ein super Auftakt.

Die nächsten beiden Morgenansitze und der eine Abendansitz erbrachten wieder tolle Jagderlebnisse von unglaublicher Schönheit. 20 Sauen passierten uns im hellsten Licht in 30 Meter Entfernung, plötzlich brachen 2 Rothirsche aus dem Schilf. Ein Achter, der aber viel zu gut veranlagt war, so das dieser nicht zu strecken war.

Am dritten Abend saßen wir wieder gemeinsam auf der Kanzel und hatten mehrere Füchse und Rehwild, darunter eine gehörnte Ricke vor, aber das Rotwild machte sich rar. An diesem Abend haben wir so gelacht, weil ich Lars ein paar von meinen Jagderlebnissen erzählt hatte, dass er nach Luft schnappend sagte: „Ken, hör auf ich kann nicht mehr, so kann doch kein Wild kommen.“
Wie gesagt, das Rotwild machte sich rar. Da sagte Lars auf einmal: „Ken, weißt Du was ich jetzt essen könnte? 1 oder besser 2 von den leckeren deutschen Bockwürsten. Schon hatten wir das nächste Thema: Essen in allen Variationen.

Plötzlich sehe ich im Augenwinkel eine Bewegung.“ Da, Rotwild“. In ca. 80 Meter 2 Stücken Kahlwild und ein Spießer trat heraus.“ Den nehmen wir mit, wenn Du magst. (Besser ein Spießer gestreckt, als Schneider nach Hause zu kommen, dachte ich mir.)
Da trat hinter dem Spießer noch ein junger Kronenhirsch heraus, den ich nochmal intensiver musterte, als Lars sagte: „Da hinten kommen 2, nein, 3 Hirsche.“Da kommen noch mehr.“
Tatsächlich da zogen aus der Ecke 6 Rothirsche raus. Glas hoch. „Da, der passt. Da steht Dein Name drauf Lars.“
Entfernung 186 m.
„Sollen wir noch warten, Ken?“
„Nein, mach Dich fertig, die ziehen sonst hoch.“
„Wie weit?“
„Passt, kurz hinters Blatt. Die .308 Sax fällt nicht auf dieser Entfernung.“

Die Hirsche zogen sich auseinander und dann kam kurz die Einweisung. Den rechten Hirsch, der ist es. Kurz noch mal geäugt, dann stellte Lars fest, dass er den anderen Rechten im Visier hatte, also nochmal genauer eingewiesen.
„Warte, warte, jetzt. Schieß“! Der Hirsch stand perfekt breit und schon brach der Schuss.
Der Hirsch zeichnete deutlich und brach zusammen. Er schlegelte noch einmal, hob noch einmal kurz das Haupt und war verendet.

Ein riesen Jubelsturm auf der Kanzel, soviel Freude gab es nicht einmal als Deutschland Fußballweltmeister wurde. Ich habe nur einmal noch bei einem Menschen ähnliche Freude erlebt (bei meinem Freund Arndt).
In großer Freude schritten wir an den Hirsch heran. Ein paar Meter davor blieb ich stehen und bedeutete ihm, dass er vorangehen möchte.

Kopfbedeckung abgenommen, verharrten wir in Respekt, dem Hirsch die letzte Ehre erweisend.
Nach 10 Minuten schlug ich dann Lars zum Hirschjäger. Ein toller Moment mit einer traumhaften Kulisse - die langsam untergehende Sonne spendete einen leichten Rotschimmer bei wolkenlosem Himmel.

Mein Bruder kam mit 2 Bekannten zur Unterstützung und zum Bergen herbei und Lars versorgte unter meiner Hilfe den Hirsch.
Er zeigte sich sichtlich überrascht wie toll das Geschoss funktioniert hat und kaum Rückstoß. Der Schuß hatte sauber die Lunge durchschossen und ein Splitter hat von unten die Wirbelsäule leicht angeschärft.
Zuerst war er sehr skeptisch, aber nach den Erklärungen der Wirkungs- und Funktionsweise und dem nun erbrachten Beweis, sagte er: „Ken, ich wollte meine Waffe ja eigentlich sofort wieder auf Blei umschießen, aber ich teste das jetzt weiter auf Rehwild.“

Nachdem wir das Stück zur Kühlzelle gebracht hatten, schrieb ich meiner Frau noch schnell, dass Sie bitte noch ein Paar Würstchen warm machen sollte.
Im Ladengeschäft angekommen, wurde 1 Flasche Wein aufgemacht und das ganze Jagderlebniss noch mal durchgenommen, als ich plötzlich mit einem Topf voller Würstchen und Toast mit Senf um die Ecke kam.
Der Gesichtsausdruck der puren Überraschung bei Lars war phänomenal.
Die Kombination von gutem Rotwein und Würstchen mag nicht alltäglich sein, aber an diesem Abend war es die Krönung.
Den ersten Hirsch in seinem Leben gestreckt und dann noch die leckeren Würstchen.
Ein Däne im Glück!!!!!!

Waffe: Blaser R8
ZF: Zeiss V8  1,8-14x50
Kaliber: .308 Win

Munition: .308 SAX KJG-SR
Schussentfernung: 172m    


Horrido Ken

 

dsc07140-_small_.jpg   dsc07149-_small_.jpg

dsc07162-_small_.jpg   dsc07166-_small_.jpg

dsci0045-_small_.jpg

Ihr Warenkorb: 0 Produkte 0,00 €
 
 
 
 
Ihr Warenkorb ist noch leer.

Ziehen Sie Produkte hierher oder nutzen Sie die entsprechenden Buttons [Jetzt Kaufen] um Ihren Warenkorb zu füllen.