Allgemeine Informationen zu KJG-SR und KJG-BCS Geschossen

Bisher lag der Schwerpunkt der Sax Munitions GmbH auf der Fertigung der KJG-SR Geschosse. Diese wurden vorrangig u. a. auf folgende Eigenschaften hin optimiert:

  • Geringes Gewicht
  • Hohe V0
  • Lange gestreckte Flugbahn
  • Hohe Präzision und große Reichweite

Vom Aufbau her besitzen die KJG-SR Geschosse eine Hohlspitze mit einer ballistischen Kappe (Kunststoffspitze) sowie einer Rille als Sollbruchstelle, die die Grenze der Zerlegung definiert.

Die Kunststoffspitze besitzt lediglich die Aufgabe, die ballistischen Eigenschaften des Geschosses zu verbessern. Zur Deformation bzw. Teilzerlegung trägt diese Kunststoffspitze nicht bei. Das eigentliche Ansprechen des Geschosses im Zielmedium wird durch einen hydrodynamischen Staudruck in der Hohlspitze verursacht, der durch das Eindringen von Körperflüssigkeit in die Hohlspitzbohrung beim Auftreffen entsteht. Das erfordert eine Mindestauftreffgeschwindigkeit von ca. 600 m/s.

Der Einsatz der KJG-SR Geschosse reicht bis auf wenige Ausnahmen von 6,5 mm bis 9,5 mm. Damit werden im Grunde der Großteil aller gängigen Jagdkaliber bis auf den Anwendungsbereich der „Dangerous Game“ abgedeckt, wobei auch dort bereits KJG-SR Geschosse erfolgreich zum Einsatz kommen.

 

Die Entwicklung der BCS – Geschosse

Die Jagd auf gefährliches Großwild (Dangerous Game) ist untrennbar mit  leistungsstarken Kalibern in großen Diametern und großvolumigen Patronenhülsen verbunden. Diese teilen sich nochmals in Randpatronen für klassische Doppelbüchsen und randlose Patronen, die aus Repetierwaffen verschossen werden. Der Schwerpunkt liegt auf den klassischen Doppelbüchsen. Diese Doppelbüchsen sind verschlussbedingt für geringere Gasdrücke ausgelegt, was die Leistungs- und Energiebilanz in Abhängigkeit von der Anfangsgeschwindigkeit der Geschosse ebenfalls beschränkt.

Durch geringere zulässige Gasdrücke können also im Gegensatz zu Repetierwaffen auch nur niedrigere Anfangsgeschwindigkeiten der Geschosse erreicht werden. Um den Geschossen dennoch ausreichend Energie mitzugeben, muss die Geschossmasse erhöht werden!

Diese Diskrepanz führte letztlich bei der Sax dazu, eine neue Geschosskonstruktion unter der Bezeichnung BCS zu entwickeln. Nach nunmehr reichlich 2 Jahren Entwicklung, einer Vielzahl theoretischer Ansätze und praktischer Versuche stand im Oktober 2014 die Generalprobe bei einer Jagd auf Kaffernbüffel in Südafrika an. Wie allseits bekannt, sind Theorie und Praxis zweierlei Dinge und der erfolgreiche Schuss auf einen Seifen- oder Gelatineblock gibt noch lange keine Garantie, dass das Geschoss auch einen Büffel oder gar Elefanten sicher streckt! Dort, wo ein mitteleuropäischer Jäger noch einen lockeren Spruch “Testen wir mal!“ zum Besten gibt, überlegt sich das ein PH (Professional Hunter) in Afrika ganz genau und entscheidet sich im Zweifelsfall eher gegen ein „Experiment“ mit neuer Munition!

Also, die Aufgabe war gewaltig! Betrachtet man noch die Tatsache, dass die Läufe der Doppelbüchsen aufwendig garniert und auf überschwere Bleigeschosse eingeschossen wurden, so erschwert dieser Umstand die Entwicklung und anschließende Akzeptanz bleifreier Geschosse in diesem Nischenbereich nochmals erheblich.

Wie bei jeder Entwicklung von neuen Produkten ist eine IST-Analyse, der am Markt vorhandenen Produkte die Grundlage. Da der Markt im Bereich Großwildmunition doch recht übersichtlich ist, war dieser Punkt ziemlich schnell abgearbeitet. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass es lediglich eine Hand voll Hersteller weltweit gibt, die jedoch alle mehr oder weniger die klassische Schiene mit Teilmantel-Bleigeschossen (Softnose) als Stopper auf der einen Seite und Vollmantel- bzw. Solidgeschosse für die Tiefenwirkung auf der anderen Seite bedienen.

Da das Segment und die dort realisierbaren Umsätze überschaubar sind, haben die Hersteller auch kein großes Augenmerk auf Neu- und Weiterentwicklungen gelegt. So stand auch die Sax vor der Wahl, sich mit wenig Aufwand dem vorhandenen technischen Standard anzuschließen, oder den Weg von Neuentwicklungen mit hohem Aufwand und Kostenrisiko zu beschreiten. Aus den Erfahrungen bei der Entwicklung und Einführung der KJG-SR Geschosse heraus wussten wir, dass auch bei den neuen BCS Geschossen viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein würde, um die Vorteile aufzuzeigen und Vorurteile abzubauen. Das war im Grunde bei der Einführung der bleifreien KJG-SR Geschosse nicht anders und der Prozess dauert noch bis heute an. Der Vorteil liegt allerdings darin, dass man sich mit neuen innovativen Produkten ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten kann und damit eine überdurchschnittliche Kundenbindung erreicht!

Das war letztlich auch für die Sax der treibende Grund das Projekt „BCS – Dangerous Game“ anzugehen. Nachdem schließlich die Entscheidung für eine komplette Neuentwicklung gefallen war, mussten die Aufgaben formuliert werden. Dabei wollte man auf die positiven Erfahrungen und Eigenschaften aus der KJG-SR Entwicklung nicht verzichten und versuchte Materialien und Grundkonstruktionen zu übernehmen. Das stellte in Sachen Übernahme der Kupferlegierung sowie der Führbandtechnik kein Problem dar.

Anfangs bestand die Absicht, trotz des Einsatzes von Kupferlegierungen die BCS Geschosse an die klassischen Gewichte der Bleigeschosse anzupassen. Das konnte nur durch Einsatz von Metallen erreicht werden, die noch schwerer sind wie Blei, um die geringere Dichte von Kupfer auszugleichen. Da gibt es aber nicht viele und einige davon scheiden von vornherein aus (z. B. Uran). Andere Elemente wie Wolfram wären zwar durchaus geeignet, sind aber als Wolframcarbitkern wieder zu hart und unterliegen damit dem KWKG (Kriegswaffenkontrollgesetz). Versuche mit gepressten harzgebundenen Metallstäuben lieferten zwar ganz passable Ergebnisse, aber die Herstellung, Einbringung und Fixierung im Geschosskörper stellte sich als extrem aufwendig und kostenintensiv dar. Aus diesem Grund wurde dieser Weg vorerst zurückgestellt.

Nun richtet sich der Focus der Entwicklung auf ein Geschoss aus der bewährten Kupferlegierung der KJG-SR Serie mit maximaler Masse. Da die Diameter bekanntlich vorgegeben sind, konnte ein Zuwachs an Masse nur über die Geschosslänge erreicht werden. Die wiederum ist aber durch die Dralllänge der Läufe, die selbst bei gleichen Diametern in den verschiedenen Kalibern abweichen können, begrenzt. Letztlich setzt auch die L6 (Gesamtlänge der Patrone), die nach der C.I.P. nicht überschritten werden darf, Grenzen.

Unter diesen Gesichtspunkten erfolgte nun die Konstruktion der ersten Prototypen.  In Abstimmung der genannten Parameter wie L6 in Verbindung mit der Setztiefe sowie der Dralllänge entstanden die ersten BCS Mustergeschosse. Trotz der genannten Masse limitierenden Faktoren entstanden erstaunlich schwere Geschosse, die deutlich über den Gewichten der KJG-SR Serie lagen. Erste Druckprüfungen ergaben mit den bewährten Schweizer RS (Reload Swiss) Pulvern, dennoch hohe Geschwindigkeiten und beachtliche Energiewerte. Aufgrund der hochpräzisen CNC-Fertigung in Verbindung mit der bewährten reibungsarmen Führbandtechnik bestachen die Geschosse / Munition auch durch hohe Präzision und ein angenehmes Schuss- und Rückstoßverhalten.

Da nunmehr die Grundlagen gelegt waren, richteten sich die weiteren Schritte auf Geschosswirkung und Ansprechverhalten. Hier stießen die Entwicklungen der KJG-SR Serie allerdings an ihre Grenzen. Durch steigende Diameter bei den Afrikakalibern erwies sich die Bohrung der Hohlspitze als zu klein. Weiterhin nimmt mit zunehmender Kalibergröße auch die Anfangsgeschwindigkeit der Geschosse ab, was das Prinzip der Öffnung der Hohlspitze durch hydrodynamischen Staudruck ebenfalls zunehmend erschwerte. Insofern musste hier ein gänzlich neuer Ansatz gefunden werden.

Nach mehreren Anläufen setze sich eine Konstruktion durch, die aus einer größeren 2-stufigen Hohlspitzbohrung mit Rille (Sollbruchstelle) sowie einer Kunststoffspitze zusammensetzt. Im Gegensatz zur ballistischen Kappe der KJG-SR Geschosse ist die Spitze der BCS Geschosse als Stopfen aus Vollmaterial ausgeführt, der im Durchmesser verspringt, sich nach unten verjüngt und an die beiden Durchmesser der Hohlspitzbohrung anpasst. Beim Auftreffen bricht die Spitze nicht ab, wie beim KJG-SR Geschoss, und legt die Hohlspitze frei. sondern wird tief in die Bohrung der BCS Geschosse hineingedrückt, wirkt dabei also als mechanischer Keil, der die Hohlspitze öffnet.

Der Vorteil: Das Ansprechen der BCS Geschosse wird bei deutlich geringeren Auftreffgeschwindigkeiten zuverlässig garantiert! Ähnlich der KJG-SR Geschosse durchläuft das BCS Geschoss vor der Teilzerlegung eine Deformationsphase, die nach dem Eindringen ins Zielmedium in etwa eine Querschnittsverdoppelung im Bereich 3 - 12 cm verursacht. Diese positive Eigenschaft der Deformationsgeschosse bewirkt eine hohe Energieabgabe mit Schockwirkung, die als gute Stoppwirkung geschätzt wird.

Nach Erreichen der Bruchdehnungsgrenze der Speziallegierung werden im Bereich 12 – 25 cm wenige große wirkungsvolle Splitter abgegeben. Die hohe Masse der Splitter (ca. 20% der Geschossmasse) wird durch die sog. Splitterwucht, ähnlich einem inneren Schrotschuss, eine zusätzliche Schock- und Stoppwirkung erreicht, die durch den deutlich weiteren Splitterweg auch bei schlechten Treffern das Wild schnell und sicher zur Strecke bringt.

Nachdem die Teilzerlegung mit Absonderung der Splitter nach ca. 25 cm Eindringtiefe abgeschlossen ist, verringert sich der Geschossquerschnitt wieder auf Kalibergröße und bildet ein absolut schulter- und richtungsstabiles Solid mit enormer Tiefenwirkung. Was die Testbeschüsse angefangen vom Wassertank, über Seifen- und Gelatineblöcke bis hin zu Töpferton bereits erwarten ließen, konnte zur Test-Jagd auf Büffel in Südafrika vollständig untermauert werden.

Die BCS Geschosse verursachten durch eine hohe Energieabgabe eine enorme Kaverne im Zielmedium. Selbst Tonblöcke von 25 x 25 x 50 cm wurden komplett „aufgesprengt“. Das Geschoss durchdrang nicht nur den Block, sondern noch drei ganze Telefonbücher, die zum Auffangen des Restbolzens dahinter positioniert wurden. Die Wirkung auf Büffel war ähnlich. Die beschossenen vier Büffel wiesen allesamt einen Ausschuss auf, egal ob mit der Sax .450/400 N.E. 3“ (18,3 g), der Sax 450 N.E. 3 1/4“ (22,9 g) oder der Sax  .470 N.E. (24,5 g). Kein Büffel legte eine Fluchtstrecke über 10 m zurück.

Nachträgliche Beschüsse frontal auf das vorher abgetrennte Haupt ergaben einen kompletten Durchschuss der Schädelpartie unterhalb des Bosses sowie eines ca. 20 cm dicken dahinterliegenden Baumstammes. Nach Aussagen von Hugo Paul, PH und Inhaber von Siluwe Safaris, werden in Afrika auf Büffel durchschnittlich 7 Schüsse benötigt.  Er zeigte sich höchst angetan von der guten Stopp- und Tötungswirkung sowie der enormen Durchschlagskraft.

Zum Nachweis der Wirkung auf Plainsgame wurde u. a. auch auch ein Impala auf ca. 75 m mit der Sax .450/400 N.E. 3“ (18,3 g) erlegt. Hier zeigte sich, dass das Geschoss auch bei schwachem Wild sehr gut anspricht. Das Stück wurde leicht schräg stehend rechts hinter dem Blatt getroffen, der Ausschuss lag links auf dem Blatt. Das Stück zeichnete deutlich und lag nach ca. 20 m, wo es unmittelbar verendete. Die inneren Organe, besonders die Lunge waren großflächig zerstört. Die Wildbretentwertung war auf dem linken Blatt sehr gering, ansonsten Null! 

foto_14.jpg 

 

Die Erlegung der drei starken alten Daggaboys durch Dr. F. Metzner ist Gegenstand eines ausführlichen Artikels, welcher 2015 in der „Jagdzeit International“ veröffentlicht wurde. Sie finden diesen Artikel im Bereich "Presseberichte".

Die Sax BCS Geschosse liegen im Durchschnitt etwas unter den Gewichten der klassischen Bleigeschosse (Softnose), verfügen aber über die gleiche, z. T. sogar über mehr Energie, was die folgende Tabelle belegt. 
  

munitionsvergleichstabelle_daten_bcs_sn-tm_web.jpg-> vorläufige Richtwerte        Tabelle zum Vergrößern bitte anklicken!

 

Gemeinsame Eigenschaften und Vorteile der Sax KJG-BCS und KJG-SR Geschosse / Munition

  • Reibungsarme Führbandvollgeschosse
  • Laufschonend – geringer Laufverschleiß
  • abriebfeste Kupferlegierung sorgt für minimale Laufablagerungen (unten denen von Tombak Teilmantelgeschossen!)
  • Hohe Präzision
  • Hohe Stopp- und Tötungswirkung
  • Enorme Tiefenwirkung / Durchschlagskraft
  • Angenehmes Schuss- und Rückstoßverhalten
  • Moderate Wildbretzerstörung mit äußerst geringer Hämatomebildung
  • Bleifrei und umweltfreundlich


Unterschiede

Sax KJG-SR optimiert auf:Sax KJG-BCS optimiert auf:
geringes Geschossgewichtmaximales Geschossgewicht
maximale Geschossgeschwindigkeitmaximale Energie bei geringeren Geschossgeschwindigkeiten
lange gestreckte Flugbahnkurze bis mittlere Schussdistanzen
für sehr weite Schussdistanzen Grenz- (Auftreff-) -geschwindigkeit zum Ansprechen ab 450 m/s
Grenz- (Auftreff-) -geschwindigkeit zum Ansprechen ab 600 m/sAnsprechen des Geschosses durch mechanische Keilwirkung des Stopfens in der Hohlspitze
Ansprechen des Geschosses durch hydrodynamischen
Staudruck der Flüssigkeit in der Hohlspitze
 
  
kjg_sr_halbschnitt_mit-bezeichnung.png 

kjg_bcs_halbschnitt_mit-bezeichnung.png

kjg_sr_vollschnitt_mit-bezeichnung.png 
kjg_bcs_vollschnitt_mit-bezeichnung.png
  

Neuheit: Sax BCS Geschosse sind universal sowohl auf gefährliches Großwild  als auch auf Plainsgame und mitteleuropäische Wildarten sowie als Drückjagdkaliber einsetzbar und verbinden die Vorteile von 3 grundlegend verschiedenen Geschosskonstruktionen

1. Deformationsgeschosse – hohe Energieabgabe mit Schockwirkung
2. Teilzerlegungsgeschosse – zusätzliche Tötungswirkung durch Sekundärgeschosse (Splitter) u. a. bei schlechten Treffern (erweiterter Wirkungsbereich)
3. Solidgeschosse – hohe Tiefenwirkung durch Masseerhaltung zu 100% bei geringem Wirkungsquerschnitt und verringerter Energieabgabe 

Speziell bei der Jagd auf Dangerous Game können die neuen Sax BCS Patronen den parallelen Einsatz von Teilmantelbleigeschossen (Softnose) und Solids ersetzen, da sie u .a. beide Eigenschaften in sich vereinigen.

In den Diametern, in denen die Geschosse sowohl aus Doppelbüchsen als auch aus Repetierbüchsen verschossen werden können, werden zwei Gewichtsklassen angeboten. Durch den Einsatz der leichteren Geschossvariante erzielt man bei Verwendung aus Repetierbüchsen, die mit höheren Gasdrücken arbeiten, eine höhere V0 und damit eine flache gestreckte Flugbahn, was Schüsse auf weitere Distanzen ermöglicht (z. B. Plainsgame oder mitteleuropäische Reviere) ermöglicht. 

 

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